Der erste Hochzeitsauftrag fühlt sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser.
Viele Anfänger unterschätzen, wie viel Vorbereitung nötig ist. Ich habe bei meiner ersten Hochzeit vergessen, die Speicherkarten zu formatieren und stand dann mit halbvollen Karten da. Seitdem arbeite ich mit einer Checkliste, die ich am Vorabend durchgehe: Akkus laden, Speicherkarten formatieren, Objektive reinigen, Ersatzausrüstung einpacken. Klingt banal, aber genau diese Routine verhindert Panik.
Warum der Zeitplan über Bildqualität entscheidet
Ohne Zeitplan fotografierst du im Reaktionsmodus.
Vorher: Ich bin einfach mitgelaufen und habe fotografiert, was passierte. Nachher: Ich bespreche mit dem Brautpaar den Ablauf und markiere mir die wichtigen Momente. Ringtausch, erster Kuss, Tortenanschnitt - diese Sekunden kommen nicht zurück. Wenn du weißt, dass das Paar um 15 Uhr vor die Kirche tritt, stehst du um 14:55 Uhr am richtigen Platz mit dem richtigen Objektiv.
Lichtmessung vor der Zeremonie
Die Lichtverhältnisse in Kirchen sind tückisch.
Ich komme mindestens 30 Minuten vor Beginn und mache Testaufnahmen an verschiedenen Stellen. Altar, Mittelgang, Seitenfenster - überall herrschen andere Bedingungen. Diese Testbilder zeigen mir, wo ich die ISO hochdrehen muss und wo Gegenlicht zum Problem wird. Vorher habe ich blind fotografiert und später am Rechner festgestellt, dass die Hälfte der Zeremonie-Bilder unterbelichtet war.
Ersatzkontakte für den Notfall
Technik versagt immer im dümmsten Moment.
Auf meiner Checkliste steht: Telefonnummer eines befreundeten Fotografen, der als Backup einspringen kann. Dazu die Kontaktdaten des Brautpaars und der Trauzeugen. Als mein Blitz während der Feier ausfiel, konnte ich einen Kollegen anrufen, der 20 Minuten später mit Ersatzgerät da war. Ohne diese Vorbereitung wäre die Feier im Dunkeln geblieben.